Ferkel, Küken, Kinder.

Liebe zeitkritische Geister in kritischer Zeit.

Wenn wir ein Schnitzel verspeisen, fragt niemand nach den Schmerzen eines Ferkels bei oder nach einer Kastration. Auch mir wurde das ethische Problem erst wieder bewusst durch Agrarministerin Julia Klöckner. Sie hat den Kampf gegen die übermächtige Agrarlobby und gegen die Schweinezüchter wieder einmal vergeblich aufgenommen. Aber sie gibt nicht nach. Schließlich hat sie Theologie studiert und sollte ethische Fragen um die Schöpfung und die Geschöpfe verinnerlicht haben.

Das gilt auch für den Vorstoß Klöckners gegen das gnadenlose und makabre Vergasen sowie Schreddern von jährlich 45 Millionen männlichen Küken aus deutschen Legebatterien. Nun unterstützt die Ministerin ein Verfahren, welches bereits im Ei das Geschlecht eines Kükens ab dem 9. Bruttag erkennt. Die Tiermedizin weiß jedoch, dass das Küken zu diesem Zeitpunkt bereits so weit entwickelt ist, dass es Schmerzen empfindet. Als schmerzfrei gilt jedoch für die Tiermediziner eine „Entsorgung“ vor dem 6. Bruttag. Ein schmerzfreies Massenverfahren vor dem 6. Bruttag sei jedoch noch technisch schwierig. Die Firma „Agri Advanced Technologies“ (AAT) hat jedoch bereits ein Verfahren entwickelt, welches das Geschlecht und somit das schmerzfrei Töten des männlichen Kükens bereits am 4. Bruttag möglich macht. Es ist übrigens interessant, dass die tiermedizinische Wissenschaft nicht mehr vom „Bruttag“ sondern bereits vom „Lebenstag“ spricht.

Ich stelle also fest, dass die Politik und somit die Gesellschaft große Anstrengungen unternimmt, das millionenfache Töten von Küken wenigstens schmerzfrei zu gestalten. Hier greift die ethische Verantwortung gegenüber der Schöpfung bis ins Detail. Das ist gut so.

Und hier beginnt mein eigentliches Problem und mein Kopfschütteln. Nach offizieller Zahl werden in Deutschland alljährlich 100.000 Kinder im Schoß ihrer Mutter getötet. Das sind in 10 Jahren eine Million Kinder und weltweit wohl hunderte Millionen. Haben die Gesellschaft und die Politik sowie die Ethikkommission jemals gefragt, wann ein Kind Schmerz empfindet, wenn es getötet wird?

Fragen die Mütter oder Väter der gemeinsamen Kinder nach deren Schmerzempfinden, wenn sie getötet werden? Natürlich nicht! Warum auch sollen sie fragen, wenn ihr Kind ja straffrei faktisch bis zum 9.Monat getötet werden darf. Wenn etwas straffrei ist, dann ist es ja wohl auch erlaubt. Oder?

Natürlich habe ich nicht das Recht, Eltern zu beschimpfen oder verurteilen, welche ihr Kind im Mutterleib töten lassen. Es macht mich jedoch sehr nachdenklich, wenn der Politik und somit der Gesellschaft das Schmerzempfinden eines männlichen Küken im Ei wichtiger ist als die ängstliche Ahnung und vergebliche Abwehr eines Kindes im Mutterschoß, wenn seine Gliedmaßen zerschnitten und abgesaugt werden oder wenn die tödliche Spritze auf es zukommt.

Lesen Sie bitte in diesem Zusammenhang nochmals meinen letzten Newsletter und denken Sie bitte an den dort erwähnten 02.03.2019. Danke.

Mit nachdenklichen Grüßen

Wilfried Puhl-Schmidt

1 Antwort

  1. Man darf sicherlich erwãhnen, das dieser Vorschlag von der SPD, den Jusos, kam.

    Spiegel.de schreibt:
    Wie weit die Reformer in ihrem Kampf zur Befreiung der Frau zu gehen bereit sind, haben die Jusos gerade bei ihrem Bundeskongress demonstriert. Ersatzlose Streichung des Paragrafen 218 lautete der Antrag, der unter großem Beifall angenommen wurde, also die Möglichkeit zur Abtreibung während der gesamten Schwangerschaft!

    Embryooffensive.de schreibt:
    Die wohl grausamste Abtreibungsmethode wird vor allem in den USA praktiziert: Dabei greift der Arzt das Kind mit einer Zange und entbindet es bis auf den Kopf. Dann steckt er eine Schere in den Schädel des Kindes. Dadurch entsteht ein Loch, in das er einen Saugschlauch einführt und das Gehirn absaugt. Zuvor um sich schlagende Glieder des Kindes hängen danach bewegungslos herab. Juristisch stellt die Teilgeburtsabtreibung keinen „Kindermord“ dar, weil der Kopf des Kindes noch nicht geboren ist.

    Nur eine grausame Methode von vielen.
    Und durchaus kann man Eltern, die sich dafür entscheiden, kurz vor der Entbindung abzutreiben, einen Babymord vorwerfen.
    Denn es gibt den Weg zur Freigabe von Babys. Man kann Babys zur Adoption freigegeben. Es gibt Babystellen zum abgeben.
    Und warum sollte man so lange warten um zu Entscheiden?
    Ein Argument der Jusos, Fōten haben keine Rechte, ist schon hart . Ich weiß leider jetzt nicht, wie der Name dieses Menschenverachtenden Subjekts war, aber die Debatte ist auf YouTube zu sehen.
    Und Verhütungsmittel gibt es sogar im Supermarkt.
    Was die SPD-Jugend fordert, passt zu dieser Partei. Schãmt euch!
    Und auch die sogenannten Christlichen Kirchen, die dazu schweigen, sollten sich ebenfalls schãmen. Kinderlachen ist heilig.

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